Projekt „H2Pro3“

Im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier entwickelt eine Expertengruppe in einem Konsortium eine digitale Plattform zur Beschleunigung des Ausbaus der Wasserstoffökonomie.

In einem Konsortium der Partner HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V. aus Hürth, der Technischen Hochschule Köln und der coac GmbH aus Köln, wurde mit dem Aufbau einer digitalen Plattform für Wasserstofftechnologie begonnen. Im Vordergrund stehen sowohl Expertise, Vernetzung und Matchmaking von Marktteilnehmern als auch die allgemeinverständliche Aufklärung von politischen Entscheidern und der breiten Öffentlichkeit.

Im Rahmen einer Think-Tank Initiative wurde in Köln ein öffentlicher und frei zugänglicher Design Sprint absolviert. Darin entwickelten über 30 Teilnehmer gemeinsam die Basis für ein digitales Konzept, das den Einsatz von fortschrittlichen Wasserstofflösungen in der Strukturwandelregion im Rheinland fördern und unterstützen soll. Dieser Ansatz wurde anschließend weiter ausgearbeitet und soll nun umgesetzt werden.

„Unsere zahlreichen Mitglieder in der Region haben das Ziel den Ausbau des Wasserstoffökosystems zu beschleunigen und wir schaffen dafür eine digitale Plattform,“ sagt Carsten Krause von HyCologne. Sie wird die Realisierung von Projekten in den Bereichen Wasserstoff und Sektorenkopplung maßgeblich unterstützen. Hierzu werden Unternehmen, Kommunen und Institutionen im Rheinischen Revier vernetzt.

“Heute können wir neue Ansätze der künstlichen Intelligenz nutzen, um auch den Fortschritt unserer Gesellschaft und speziell den Strukturwandel zu unterstützen,“ sagt Claudius Mambrey von der coac GmbH.

„Unternehmen und Kommunen fehlt aktuell der wichtige Zugang zu Erkenntnissen. Die Intelligenz der Plattform kann uns dabei helfen, wichtige Informationen zur richtigen Zeit bereitzustellen um bessere Entscheidungen zu treffen,“ sagt Prof. Dr.-Ing. Dipl. Wirt.-Ing. Thorsten Schneiders.

Die Plattform setzt dabei auf modernes Matchmaking, wie es sich heute in einer Vielzahl der weltweiten Services wiederfindet. So ist es eine Selbstverständlichkeit geworden, bei der Suche nach einem Item weitere semantisch ähnliche Items empfohlen zu bekommen. Items stehen hierbei für Bücher auf Amazon, Musik auf Spotify, Personen auf Xing oder andere abbildbare Objekte. Diese Empfehlungen werden von „Recommender Systems“ erzeugt. Sie basieren auf Algorithmen wie etwa dem k-Nearest-Neighbor-Algorithmus (KNN), wobei k für die Anzahl der zu empfehlenden Items steht und werden aufgrund ihrer großen Wirkung auf Plattformen und Wirtschaft fortlaufend verbessert.

Bei der H2Pro3 Plattform wird hierbei die Vernetzung zum zentralen Element der Recommender Systems. Mit Metadaten der einzelnen Mitwirkenden können graphenbasiert  Zugehörigkeiten bestimmt werden. Neuen Mitwirkenden wird der Einstieg gravierend erleichtert, da direkte Empfehlungen basierend auf historischen Daten und den Metadaten ausgesprochen werden um dem gemeinsamen Ziel, H2 als alternativen Rohstoff zu etablieren, näher zu kommen.

Die Plattform soll in kürzester Zeit als Pilotversion zur Verfügung stehen und erste Kernfunktionen bereitstellen.

Die Maßnahme wird durch das Bundesmodellvorhaben „Unternehmen Revier“ für Maßnahmen zur Strukturanpassung in Braunkohlebergbauregionen gefördert. Die Vorbereitungen wurden u. a. auch durch die Zukunftsagentur Rheinisches Revier, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH und die Provadis Hochschule sowie durch ENGIE Lab Environment & Society und Climate KIC im Rahmen des Pathfinder-Projektes HyDistrict aus der Flagshipmaßnahme Re-Industrialise unterstützt. Der Think-Tank „akkuraum“ der coac GmbH diente als Ort für die methodische Entwicklung des Prototypen.