Veranstaltung: Neue Mobilität bewegt unsere Region 2.0

Gemeinsam für eine starke mobile Region

Hürth // Am 28.6.2016 nutzten 150 Interessierte und Vertreter aus Unternehmen, Kommunen und Politik die Chance, sich über die Entwicklungen der neuen Mobilität zu informieren und darüber zu diskutieren. Im Fokus standen die Vorteile für die Region, die Kommunen und Bürger sowie neue Geschäftsfelder für Unternehmen unter dem Veranstaltungsmotto: „Neue Mobilität bewegt unsere Region 2.0“. Zu den Kooperationspartnern, die diese Plattform ermöglichten, gehören HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V., die Wirtschaftsförderung Rhein-Erft GmbH, die Industrie- und Handelskammer zu Köln sowie der Region Köln/Bonn e.V.

Prof. Dr. Beate Braun, Wirtschaftsförderung Rhein-Erft GmbH, und Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, begrüßten das Auditorium. Nach einer Einführung in die Thematik der Veranstaltung durch Heinrich Klingenberg, hySOLUTIONS GmbH, fanden zwei parallele Sessions statt: „Flotte Unternehmen“ und „Mobile Kommunen“. Kernthemen der Sessions waren die Förderungsmöglichkeiten, das Flottenmanagement und der Ausbau der regionalen Ladeinfrastruktur.

Flotte Unternehmen

Die Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen in der Unternehmensflotte der Kreissparkasse Köln stellte Daniel Oster, Nachhaltigkeitsreferent der Kreissparkasse Köln, beispielhaft vor: „Wir betreiben in unserem für Dienstfahrten nutzbaren Fahrzeugpool seit gut einem Jahr zehn Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge. Bei Fahrten über kurze Distanzen, insbesondere im Stadtverkehr, kommt bei diesen Fahrzeugen ihr Umwelteffekt des emissionsfreien und geräuscharmen Betriebs besonders zum Tragen.“ Weiter habe sich im täglichen Einsatz gezeigt, dass die mit Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen möglichen Umwelteffekte stark vom individuellen Fahrverhalten der einzelnen Nutzer und der Länge der Wegstrecken abhängen.

Er empfahl – aufgrund der gemachten Erfahrungen der Kreissparkasse Köln – an
E-Mobilität interessierten Flottenbetreibern eine konsequente Planung. „Vor einer Entscheidung für Plug-In-Hybride sollte eine klare Einschätzung stehen, für welche konkrete Art der Nutzung die Fahrzeuge benötigt werden, also beispielsweise Stadtfahrten oder längere Strecken, einzelne oder zahlreiche Nutzer. Bedeutsam ist für Plug-In-Hybride auch die Frage der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten.“ Oster beschrieb die Zielsetzung der Kreissparkasse Köln: „Wir haben uns als Kreissparkasse Köln bewusst für die Plug-In-Hybrid-Technologie entschieden, um Neues auszuprobieren und das Zukunftsthema elektrischer Mobilität aktiv mit zu befördern.“

BMVI-Förderung

Die Entwicklung der Elektromobilität vor Ort wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Dominique Sévin, Programm Manager Elektromobilität, NOW GmbH, legte die Grundlagen dar: „Mit der Förderrichtlinie vom 09.06.2015 unterstützt das BMVI die Beschaffung von Elektrofahrzeugen mit dem Ziel der Erhöhung der Fahrzeugzahlen, insbesondere in kommunalen Flotten. Auch die dafür notwendigen Ladeinfrastrukturen inklusive der Verknüpfung der Fahrzeuge mit dem Stromnetz in Kombination mit dem Ausbau erneuerbarer Energien für den Verkehrssektor auf der kommunalen Ebene fallen unter diese Richtlinie.“

Sevin stellte die drei sogenannten Fördersäulen vor. Unter Säule 1 werde die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur durch einen Investitionszuschuss mit bis zu 40 Prozent gefördert. Die Säule 2, Erarbeitung kommunaler Elektromobilitätskonzepte, erläutert Sevin: „Gefördert wird die Erstellung von Umweltstudien. Diese sollen mögliche Maßnahmen zur Integration der Elektromobilität in kommunale oder regionale Nachhaltigkeitsinitiativen bzw. -konzepte untersuchen.“ Die Förderung von Forschung und Entwicklung zur Unterstützung des Markthochlaufs von Elektrofahrzeugen sei Gegenstand der Säule 3. Schwerpunkt sei vor allem die Stärkung der Elektromobilität in den Bereichen ÖPNV, Logistik und Sonderverkehre.

Neue Mobilität erfahren

Die Veranstaltung startete und endete jeweils mit einem Ride & Drive Event vor dem Feierabendhaus in Hürth-Knapsack. Über 20 Wasserstoff- und E-Fahrzeuge der Hersteller BMW, Citroën, Ford, Hyundai, Mitsubishi/Nissan, Renault, StreetScooter, Toyota und VW standen den Teilnehmern für Testfahrten zur Verfügung. Ladesäulen, Lasten-Bikes wie auch E-Bikes vervollständigten die Präsentation.

Auch einer der vier mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbusse, die im öffentlichen Personennahverkehr der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) eingesetzt werden, demonstrierte die Chancen der neuen Mobilität für die Region. „Null Emission im ÖPNV bedeutet keinen CO2-Ausstoß sowie Geräuscharmut und damit eine starke Entlastung der Bürgerinnen und Bürger“, erläutert Dr. Albrecht Möllmann, Vorstand HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V. Wichtig seien der Aufbau der Wasserstoff-Tankstellen sowie die Strom-Ladeinfrastruktur in der hiesigen Region. Dieses und die Einführung von Kaufprämien könnten dann einen positiven Impuls für steigende Verkaufszahlen von E-Fahrzeugen – ob mit Wasserstoff oder rein mit Batterie betrieben – bewirken.

Aufgrund der positiven Resonanz der Teilnehmer ist es wahrscheinlich, dass die Kooperationspartner die Tagungsreihe fortsetzen werden – dann unter dem Titel „Neue Mobilität bewegt unsere Region 3.0“.

E Mobilität

Bildunterschrift: v.l.: Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin Innovation und Umwelt der IHK Köln, Thomas Schröder, Region Köln/Bonn e.V., Prof. Dr. Beate Braun, Wirtschaftsförderung Rhein-Erft GmbH, Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln und Dr. Dipl.-Ing. Dirk Holger Ahrens-Salzsieder, stellvertretender Vorsitzender von HyCologne e.V. sowie Vorstand der Stadtwerke Hürth vor dem Feierabendhaus Knapsack in Hürth.

Bildnachweis: HyCologne/Adler

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.