JIVE und MEHRLIN offiziell gestartet - 144 weitere Wasserstoff-Busse für Europa

Europaweite Förderung von emissionsfreien Brennstoffzellen-Bussen und H2-Infrastruktur

Beteilige Partner beim Kick-Off in Köln am 25. Januar 2017 – Bild: RVK

Köln, 25. Januar 2017

In Köln wurde am 25. Januar 2017 der formelle Start der 125 Mio. EUR umfassenden Verbundprojekte verkündet. Es handelt sich hierbei um zwei sich ergänzende europaweite Projekte: JIVE (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) steht für den Einsatz von 144 Brennstoffzellenbussen und MEHRLIN (Models for Economic Hydrogen Refuelling Infrastructure) für den Ausbau der Betankungsinfrastruktur mit sieben Wasserstofftankstellen.

Das MEHRLIN-Projekt fokussiert den Betrieb großer Wasserstoff-Tankstellen an sieben verschiedenen europäischen Standorten in den Ländern Deutschland (Region Köln/Hürth/Wermelskirchen und Wuppertal), Italien (Bruneck/Brunico), Niederlanden (Oude Tongue – Süd Rotterdam) und Großbritannien (London und Birmingham).

Das JIVE-Projekt, das mit einem Zuschuss von 32 Mio. Euro aus dem EU-Programm „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) unterstützt wird, wird aktiv von der Initiative HyCologne begleitet.

Größere Flotten mit Brennstoffzellenbussen für den ÖPNV

Boris Jermer, Projektleiter bei HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V.: „Wir freuen uns, dass wir mit JIVE und MEHRLIN in der Region Köln konsequent weiterführen können, was wir bereits in 2009 begonnen haben: Die Technologie ist reifer geworden und jetzt können größere Flotten im öffentlichen Verkehr aufgebaut werden. In der ländlichen Region außerhalb von den Innenstadt-Bereichen gibt es derzeit keine alternative Technologie, die identische Reichweiten bei gleicher Fahrgastkapazität darstellen kann.“

Basierend auf einer Partnerschaft von Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs im JIVE-Projekt werden Busse in fünf europäischen Ländern in den folgenden Städten und Regionen eingesetzt:

  • in Deutschland in der Region Köln (Wermelskirchen, Meckenheim), der Stadt Wuppertal und der Region Rhein-Main,
  • im Vereinigten Königreich in London, Birmingham, Dundee und Aberdeen,
  • in Italien in der Region Südtirol,
  • in Dänemark in Slagelse,
  • und Riga in Lettland.

Null-Emissionen

Die mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbusse erzeugen im Vergleich zu den bisherigen Dieselbussen bei gleicher Betriebsflexibilität keine umweltschädlichen Emissionen. Dies bedeutet für die Regionen und insbesondere für Städte eine deutliche Verbesserung der Luftqualität und eine Verringerung von schädlichen Treibhausgasen.

Jermer erläutert, dass der Wasserstoff, der als Treibstoff für die Brennstoffzellenbusse bereitgestellt wird, direkt aus der Region Köln stammt: „So schaffen wir eine größere Unabhängigkeit von Energieimporten und vermeiden mit jedem gefahrenen Kilometer das Verbrennen von Diesel-Treibstoff.“

Langfristige Ziele verfolgen

Mit diesen Verbundprojekten erhalten europäische Bushersteller einen geeigneten Rahmen, um ihre Produktionskapazitäten zu entwickeln und Skaleneffekte zu erzielen. Diese sind erforderlich, um Brennstoffzellenbusse langfristig konkurrenzfähig für den ÖPNV-Markt zu machen.

Die Betreiber und Anlagenherstellern von Wasserstofftankstellen erhalten Daten, die sie benötigen, um den hohen täglichen Anforderungen wirtschaftlich begegnen zu können.

Ein weiteres langfristiges Ziel ist es, den Verbrauchern die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der neuen Technologie zu demonstrieren.

Über JIVE (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe)

Das JIVE-Projekt, eine europäische Initiative für Wasserstofffahrzeuge, wird mit 32 Mio. EUR vom EU-Programm „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) gefördert. Es werden 144 emissionsfreie Wasserstoffbusse in fünf Mitgliedstaaten ausgeliefert. Das übergeordnete Ziel ist es, die Kommerzialisierung von mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbusse voranzubringen. Anfang 2020, dem Projektende, sollen Busbetreiber wirtschaftlich lebensfähige Flotten auf Null-Emissions-Basis ohne Subventionen betreiben können. So soll die Politik die Möglichkeit erhalten, den öffentlichen Nahverkehr dementsprechend zu regulieren.

Das Projektkonsortium besteht aus insgesamt 22 Projektpartnern aus sieben Mitgliedsstaaten. In Deutschland werden in der Region Köln, Wuppertal und Rhein-Main Busse zum Einsatz kommen. Im Vereinigten Königreich werden diese in den Städten London, Birmingham, Dundee und Aberdeen, in Italien in Südtirol, in Lettland in Riga und in Dänemark in Slagelse fahren.

Wasserstoff-Bus der Regionalverkehr Köln am Mediapark in Köln – Quelle: HyCologne

Die europäischen Partner

Element Energy Ltd., Aberdeen City Council, Birmingham City Council, Dundee City Council, EE Energy Engineers GmbH, Energy Universe Europe ApS, Fondazione Bruno Kessler, HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V., Hydrogen Europe BE, hySOLUTIONS GmbH, London Bus Services Ltd, West Midlands Travel Ltd, PLANET Planungsgruppe Energie und Technik GbR, RebelGroup Advisory Belgium, Rigas Satiksme Sia, Regionalverkehr Köln GmbH, Südtiroler Transport Strukturen AG, ThinkStep AG, Trentino Trasporti S.p.A., Union Internationale des Transports Public, Verkehrs-Verbund Mainz-Wiesbaden GmbH und WSW mobil GmbH

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