HyCologne und RVK begeisterten internationale Fachjournalisten

Bitte einmal volltanken – mit Wasserstoff

Hürth, 27.06.2017 – Toyota Motor Europe lud im Juni gemeinsam mit Partnern wie der Initiative HyCologne und der Regionalverkehr Köln GmbH internationale Journalisten zu einer Wasserstoff-Tour mit mehreren Toyota Mirai von Hamburg nach Stuttgart ein. Die Pressefahrt stand unter dem Motto „Driving towards a Hydrogen-Society“. Die Journalisten fuhren ausgewählte Standorte wie die Wasserstofftankstelle am Chemiepark Knapsack in Hürth an. Das spezielle Fahrerlebnis während des „Mirai Road Trips“ wurde von den Partnerorganisationen vor Ort durch Informationen zur Entstehung von Wasserstoff und Erfahrungsberichten aus der Praxis ergänzt.

HyCologne – eine Public Privat Partnership mit Weitblick

„Die Begeisterung für unsere Wasserstoffgesellschaft sprang auf die Journalisten über“, ist Dr. Albrecht Möllmann, erster Vorsitzender des HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V., überzeugt. Die Initiative HyCologne ist ein aus der Wirtschaft und der Region angetriebenes Netzwerk. Die Mitgliedsunternehmen und Organisationen haben früh erkannt, dass die Vorzüge der Region in Bezug auf Wasserstoff (H2) genutzt werden sollten. „Starten, nicht warten“, so Dr. Möllmann „ist auch heute noch die Losung und der Antrieb der Initiative. Wir begleiten bereits seit Jahren unsere Aktivitäten mit Öffentlichkeitsarbeit, da wir wissen, wie wichtig es ist, andere von dieser Technologie zu begeistern. Im September wird auch in diesem Jahr wieder eine Wasserstoff-Veranstaltung unter dem Motto ‚Think Big‘ stattfinden.“ Der im Chemiepark Knapsack als Nebenprodukt anfallende Wasserstoff sollte einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. So entstand 2010 die Wasserstofftankstelle am Standort Knapsack in Hürth als eines der bisher wichtigsten Projekte.

Dr. Möllmann erläuterte den Journalisten die Besonderheiten des Hürther H2-Infrastrukturkonzepts: „Uns ist es wichtig, dass der Betrieb der Wasserstofftankstelle unter wirtschaftlichen Aspekten erfolgt. Der industriell erzeugte Wasserstoff in Knapsack könnte theoretisch für bis zu 1000 Busse genutzt werden. Unser Ansatz ist, das zu nutzen, was vorhanden ist und somit eine pragmatische Lösung zu bieten.“ Derzeit werden in Hürth Brennstoffzellenbusse mit einem Druck von 350 bar mit Wasserstoff betankt.

Busflotten für den ÖPNV im Rheinland mit Wasserstoff als Energieträger

Nicht nur Städte wie London oder Paris, München oder Stuttgart, die bereits akut unter erhöhten C02- und Stickoxid-Werten leiden, suchen nachhaltige Konzepte für emissionsfreie Innenstädte. In der Region Rheinland mit den Städten Köln, Hürth und Brühl werden bereits seit 2011 von der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) regulär Brennstoffzellenbusse im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt, die im Chemiepark Knapsack an der dortigen Wasserstofftankstelle mit Treibstoff versorgt werden. Diese Brennstoffzellen-Hybridbusse haben bereits über 250.000 km im Linienverkehr erfolgreich absolviert. Dies überzeugte die Journalisten von dem hohen Reifegrad der Technologie.

Die RVK verfolgt hier bereits heute ein klares Unternehmenskonzept. Die Vorteile der Brennstoffzellenbusse – wie kurze Betankungszeit, große Reichweite, Null-Emission und Geräuscharmut – haben in der mehrjährigen Praxis sowohl das Verkehrsunternehmen als auch die Fahrgäste überzeugt.

Eugen Puderbach, Geschäftsführer Regionalverkehr Köln GmbH, begrüßte das Engagement von Toyota und den Partnern: „Was der Brennstoffzellentechnologie u. a. aus Sicht der RVK aktuell zum Durchbruch noch fehlt, ist die Verankerung im ‚öffentliche Bewusstsein‘. Beim Thema Null-Emissionstechnologien liegt der Fokus der öffentlichen und politischen Diskussion sehr stark auf der Batterietechnologie. Dies ist keineswegs falsch. Jedoch ist vielen Menschen scheinbar noch nicht bekannt, dass es mit der Brennstoffzellentechnologie eine weitere sehr gute Lösung gibt, um die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs voranzutreiben. Diese bietet viele Vorteile – u. a. hinsichtlich Reichweite, Flexibilität und Betankungszeit.“

Puderbach betont, dass diese Presse-Tour somit ein weiterer wichtiger Schritt sei, um der breiten Öffentlichkeit nicht nur die Technologie als solche näherzubringen, sondern auch um zu demonstrieren, dass diese heute schon verfügbar und einsatzbereit sei.

Mit Blick auf die kommenden Generationen

Vor allem die Kosten wurden kritisch hinterfragt. „Dabei – und das haben wir versucht deutlich zu machen – ist eine rein betriebswirtschaftliche Kostenbetrachtung viel zu kurz gegriffen. Man muss hierbei auch die volkswirtschaftlichen Kosten mit einkalkulieren. So können z. B. Feinstaubemissionen erhebliche Folgekosten im Gesundheitssektor mit sich bringen“, so der Geschäftsführer der RVK, dem dieser Aspekt besonders mit Blick auf die kommenden Generationen wichtig ist.

Mit weiteren Schritten hin zur Wasserstoffgesellschaft

Als Ausblick auf die kommenden Jahre ergänzte Dr. Möllmann, dass es gleich zwei große EU-Gemeinschaftsprojekte gebe, die für die Region einen weiteren großen Schritt hin zur Wasserstoffregion bedeuten würden: Im Bereich Brennstoffzellenbusse sei dies JIVE (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) und als Ergänzungsprojekt für den Bau von H2-Tankstellen das Projekt MEHRLIN (Models for Economic Hydrogen Refuelling Infrastructure).

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.